Besuch im Rathaus

Der Lehrplan der vierten Klassen sieht in Heimat- und Sachkunde das Thema Gemeinde vor. Seit geraumer Zeit lernten die Kinder, wie das Gemeinweisen auf dieser untersten kommunalen Ebene funktioniert. Kurz vor dem Abschluss holten sich die Schülerinnen und Schüler nun umfangreiche Informationen aus erster Hand. Gerne stellte sich Erster Bürgermeister Herbert Sporrer als „Lehrer“ bereit. Einen Vormittag lang übernahm er die Aufgabe, aus dem Berufsalltag zu erzählen und die Verwaltung vorzustellen. Er sah sich aufmerksamen Zuhörern gegenüber, als sie in Begleitung ihrer Klassenlehrerinnen Theresa Eichenseer und Rosemarie Zeilhofer am Mittwoch zu Besuch waren.

Diese kamen nicht unvorbereitet, sondern hatten vielmehr eine Reihe von Fragen mit dabei und als sie wieder Richtung Schule marschierten, dann mit dem Wissen, was sich hinter den großen grünen Türen im Rathaus alles „verbirgt.“ Gleich die erste im Erdgeschoss war für sie zunächst geöffnet, denn eingangs gab es allerhand theoretisches Wissen im Sitzungssaal. „Der erste Bürgermeister vertritt die Gemeinde nach außen, führt den Vorsitz im Marktgemeinderat und vollzieht seine Beschlüsse,“ so brachte es der Rathauschef auf den Punkt. Unter anderem ist er Dienstvorgesetzter der Mitarbeiter und dazu gehören auch das Team vom Bauhof, die Badaufsichten oder die Schulbusbegleiterinnen. Die Aufgaben einer Gemeinde sind vielfältig. Beispielsweise ist man Sachaufwandsträger der Schule, hinzu kommen die Verantwortung für Kläranlagen, Feuerwehr, Wasserversorgung, Straßenbau oder jetzt ganz aktuell Winterdienst.

Damit die Abwicklung gewährleistet ist, braucht es Geld. Das wird zum einen vom Bürger über Steuern, Beiträge und Abgaben gegeben. Zum anderen aber kommen auch Mittel vom Staat. So ist man unter anderem an der Kfz-, Einkommens- und Umsatzsteuer beteiligt oder erhält für konkrete Bauprojekte Zuschüsse wie etwa beim derzeitigen Neubau des Freibadgebäudes in Simbach.

Natürlich wollten die Kinder wissen, was von der kommunalen Kasse für die Schule bezahlt wird. Das sind Lehr- und Lernmittel wie Bücher oder Computer, aber auch Instrumente oder Einrichtungen; man übernimmt Kosten für Heizung, Strom und Wasser, für die Reinigung oder eventuell anstehende Reparaturen, damit die Grundschule ein entsprechendes Umfeld zum Lernen vorhält.

Nach der Beantwortung der Fragen führte Herbert Sporrer die Besucher durch das Rathaus. Sie warfen einen Blick in das einladend gestaltete Trauungszimmer, waren erstaunt, wie viele Aktenordner im Archiv an einer Wand Platz haben und lernten die verschiedenen Ämter wie die Kämmerei, die Kasse oder das Einwohnermeldeamt kennen. Schließlich endete der Rundgang im Büro des Bürgermeisters, wo auf jedes Kind eine süße Aufmerksamkeit wartete, mit der er die Viertklässler verabschiedete.

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